Glücksmomente                             

 

Die Kleinigkeiten machen die Summe des Lebens aus  (Ch. Dickens)

                                      

Jeder Mensch, der seinen Hund liebt, freut sich täglich über ihn.

Es gibt aber oft Momente, die ganz besonders sind.                                                             

Da sieht man seinen Hund an und fühlt ein warmes Kribbeln im Herzen.

                    mein erster Blick am Morgen... sagt der nicht schon alles??

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ist die Geschichte   16.      

 1.   Wenn wir z.B. über ein großes Feld laufen, ich pfeife und Gilmor kommt

 mit einem Supertempo, fliegenden Ohren und einem "lachenden" Gesicht

 auf mich zugerast ,bremst genau auf den Punkt vor mir  ab und  sitzt.                    

 Dazu dann dieser Blick aus großen Augen: Und was machen wir jetzt?

  

2.  Und hier kommt nun einer dieser ganz besonderen Momente:

Wir waren im Garten. ich habe Setzlinge von Stockrosen ausgepflanzt

und in Schalen und Töpfen verteilt.

Plötzlich kommt ein Platzregen vom Himmel,

aber ich wollte einfach den Rest der Pflanzen versorgen.

Denn wenn erst der Regen den Nacken hinunterläuft,

ist es auch egal. Und was macht mein Gilmor?

Er setzt sich mit hängenden, triefenden Ohren

ganz nah an mich ran und wartet,

obwohl ein paar schritte weiter die Terrassentür offen ist.

 

 

Danach haben wir uns mit einem gemeinsamen Handtuch abgerubbelt.

und wir sahen auch ziemlich ähnlich aus!!

                                                                                            

3.  Und dann gibt es diese Momente, wenn mein Hund sich freut, weil er mir helfen kann.

Eine Freundin hatte hier übernachtet und brachte morgens die Handtücher herunter.

Ich sagte ihr, sie könne sie vor die tür  zum keller legen.

Da nimmt Gilmor EIN handtuch und läuft damit hinter meiner Freundin her.

Sie fragt: " was möchte gilmor denn von mir?"   

Also gehen beide zur Tür, Gilmor geht vor ihr die Treppe runter,

bleibt vor der Waschküche stehen, bis diese Tür aufgemacht wird.

Dann legt er das Handtuch vor die Waschmaschine

 und kommt mit diesem glücklichen Blick wieder zu mir rauf.

             

4. In unserem Garten gibt es  die unterschiedlichsten Tiere :Eichhörnchen, Igel, verschiedene

Frosch- und Mäusearten, einen Marder, Ab und zu einen Hasen, unzählige Vögel von der  Amsel bis

zum Zaunkönig, Fische, Libellen, Schmetterlinge usw.         

Deshalb habe ich von Anfang an darauf geachtet, dass Gilmor mit allen Vorsichtig umgeht.

Am Wochenende waren wir in einem herrlichen Wald- und Wiesengebiet spazieren.

Gilmor konnte frei über die  blühenden Wiesen rennen und sich richtig austoben.

Da hoppelt ein kleines Häschen über unseren Weg, und ich sage nur: vooorsichtig...

Und was macht mein Gilmor? Er bleibt etwa einen Meter vor dem Kleinen stehen und

wedelt mit dem Schwanz. Das Häschen setzte seinen Weg fort und wir Auch!

                                                                                                                                                      

5. Die Besuche bei Unserer Tierärztin sind auch immer ein besonderes Erlebnis.

Gilmor stürmt ins Behandlungszimmer mit einem Gesichtsausdruck:

" Hey Leute, ich bin wieder da!" Zuerst werden alle begrüßt, dann mit einem Satz auf die Waage,

hinsetzen und das Ergebnis abwarten. Danach geht es zum heruntergefahrenen Tisch.

An diesem Tag lag da aber ein feuchtes Schwammtuch drauf, das Gilmor erst einmal

zur Assistentin tragen "musste"!

Also wieder zurück auf den Tisch, hinsetzen, warten auf's Hochfahren.

Heute waren wir zur Blutabnahme. Das Blut tropfte langsam ins Röhrchen, gleichzeitig

tröpfelte es aus Gilmor's Maul auf den Nacken der Ärztin !!

Nachdem der Tisch mit Hund wieder heruntergefahren war, setzte sich Gilmor neben seine

Ärztin an den Schreibtisch, den Blick auf das Glas mit den Leckerchen gerichtet.....

6. Wir waren in einem tollen Gelände (Truppenübungsplatz),

wo Gilmor ohne Leine über blühende Wiesen, Hügel rauf- und runterlaufen kann.

Von einer Kuppe aus sah ich einen riesigen Matschtümpel -so groß wie ein kleiner See-.

Natürlich sah ihn auch Gilmor und spurtete sofort los.

Bei mir kam nur noch ein verzerrtes und stöhnendes "neeiiiiiinn" und im Kopf lief ein Film ab:

30 Minuten bis zum Auto, da ist schon der gröbste Dreck abgefallen,

ein Handtuch im Auto und nachher wird eben das Auto geputzt....

Dann kam das Wunder: Ca. 1 Meter vor dem Tümpel schlägt mein Hund einen Haken nach rechts,

rast um das ganze Matschfeld herum und mit einem breiten "Grinsen" im Gesicht 

bremst er direkt vor mir mit dem Blick  "Na, was sagst Du nun" ???!!!!

Da kann man doch nur diesem Burschen auf die dicke, schwarze Nase

einen Knutscher setzen... oder?

Vor einem Jahr wäre diese Geschichte ganz anders ausgegangen... 

Und die Erkenntnis von heute ist:   Auch die wildesten DRECK-Riever werden mal vernünftig.......

                                         

 

7. Eine Geschichte, die nicht so ganz ernst gemeint ist.......

Was muss man tun, damit die Ohren seines Retrievers länger werden?

Wenn ich z.B. im Laufe des Tages längere Zeit im Badezimmer und danach vor dem Kleiderschrank

verbringe, mich umziehe  ( alles wird von Gilmor mit grossen Augen beobachtet ),

zuletzt auch noch die Handtasche packe

und dann kommt der alles entscheidende Satz:

"DU KANNST NICHT MIT, FRAUCHEN KOMMT GLEICH WIEDER"

Zack.....  schon sind die Ohren mindestens 1 cm länger

und nach unten gerutscht!!!! Umso größer ist die Freude bei meiner Rückkehr.

Natürlich macht man "diese Übungen" nicht so oft, sonst werden die Ohren zu lang....

 

8. Da gab es diesen Tag, an dem wir im Garten Fußball gespielt haben......

Es ging eine ganze Weile gut, bis ich mich der Länge nach auf dem Kiesweg hingelegt habe.

Die spitzen Steine bohrten sich in meine Knie und Ellbogen.

Vor Schmerzen konnte ich nicht aufstehen, und Tränen liefen automatisch über 's Gesicht.

Aber da kam der "Sani" Gilmor, machte Wiederbelebungsversuche

mit seinem riesigen Waschlappen! Und schon konnte ich wieder aufstehen.

Das Fazit der Geschichte:

Über 60 nur noch auf Rasenplätzen spielen und für den Fall des Falles

kommt mein Hund sofort mit seiner Erste-Hilfe-Ausrüstung!!!!

Denn er passt immer auf mich auf...

 

9.Unsere Woche in Zeeland war voller Glücksmomente.

Jeden Tag, jede Stunde haben wir Beide genossen.    

mein bzw. unser Morgen begann meist schon vor 7 Uhr, wenn Gilmor mit seinem "Quietsche-Tier"

vor meinem Bett stand und mich mit großen, erwartungsvollen Augen ansah.

Und was gibt es Schöneres, als um 8 Uhr die ersten Kilometer auf dem Deichweg zu laufen?

.... Zur Einstimmung auf einen neuen ereignisreichen Tag mit meinem Hund ....

Gilmor steckt so voller Lebensfreude, und es macht einfach Riesenspaß, ihm zuzusehen,

wie er sich in die Fluten stürzt und über den Sandstrand flitzt.

 

10.   Ende letzter Woche hatte ich so ein Gefühl, als ob in meinem Kopf eine Baustelle

eingerichtet wird, und in meinen Beinen war eher Pudding als Knochen zu spüren.

Aber es war so herrlicher Sonnenschein und etwa 20 Grad warm.

Also Gilmor ins Auto gesetzt und raus ins Gelände. Als wir auf unserer riesigen

Wiese ankamen, fing der "Pudding" in meinen Beinen an, sich extrem bemerkbar zu machen.

Ich setzte mich also ins warme Gras am Waldrand, und Gilmor flitzte über die Wiese.

Plötzlich sieht er mich da sitzen, macht eine Vollbremsung,

kommt zu mir zurückgerast, guckt von unten in mein Gesicht

mit einem Fragezeichen in den erstaunten Augen.... "waaas iiisss"

Dann läuft er in den Wald, schleppt Äste ran, die er mir auf den Schoß legt.

Na ja, da sitzt eine Frau im Sonnenschein am Waldesrand mit Stöcken und

Ästen beladen. Daneben liegt ein Hund und knabbert voller Freude die Holzabfälle klein!

Es hat uns aber Niemand dabei gesehen!!

11.So, jetzt muss ich, Gilmor, aber mal 'was dazu sagen:

Über 3 1/2 Jahre lebe ich nun schon mit meinem Frauchen zusammen

und erst in den letzten 10 Tagen habe ich festgestellt, dass sie lauter bellen kann als ich!

Man konnte es sich nicht anhören und ansehen.

Und immer, wenn ich ihr die Tränen aus dem Gesicht lecken wollte,

hat sie mich doch weggeschoben und irgendetwas von Ansteckung gesagt.

Aber nachts habe ich mich ganz eng an sie rangekuschelt und gewärmt.

Das hat ihr so geholfen, dass wir heute endlich wieder einen superlangen Spaziergang

machen konnten. Und hier sind auch gleich ein paar Fotos davon!

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12.                    Heute hatten wir  ein besonders lustiges Erlebnis.

Bei wunderschönem Herbstwetter mit strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel

liefen wir über weite Felder und Wiesen am Waldrand entlang und auf eine Anhöhe zu.

Ein Drachen war kurz zu sehen, verschwand wieder... und so ging es eine ganze Zeit.

Schon von weitem hörte man Stimmen und Gelächter. Gilmor stürmte nach oben, um sich

das aus der Nähe anzusehen. Da hörte ich: "Oh, bist Du aber ein Schöner", "das machst Du Aber toll".

Als ich dann endlich auch auf der Kuppe angekommen war, bot sich mir folgendes Bild:

Ein junges Mädchen versuchte zusammen mit ihrem Freund einen Drachen

steigen zu lassen. Jeder hatte für den anderen immer tolle Tipps wie "lauf doch schneller"...

"Du musst mehr Leine geben"... "in die andere Richtung"... "Lass mich doch mal"... usw.

Mein Gilmor hatte sich die Spule mit dem Garn geschnappt , lief damit vom einen zum Anderen,

und hatte sich mit der restlichen Schnur total eingewickelt.

Zum Schluss kugelten sich die Beiden vor Lachen mit meinem Hund auf der Wiese  herum....

und damit hatten sie dann mehr Erfolg!!

Es war ein "Bild für die Götter". Leider hatte ich meine Camera nicht dabei!!!!

13.  Beim heutigen Waldspaziergang stampften wir durch den tiefen Schnee.

Gilmor versinkt bis zum Bauch. Plötzlich bremst er ab, und gräbt sich schwanzwedelnd.

durch die Schneemassen. Sein Kopf ist in  einem riesigen Schneeberg verschwunden.

Dann sehe ich es auch: Er hat eine (Hasel?)- Maus gefunden.

Da legt sich Gilmor ganz vorsichtig in den tiefen Schnee und das Mäuschen krabbelt auf seine Pfote!

Nachdem sich beide ausgiebig angesehen und beschnüffelt haben, lässt mein großer und doch so

sanfter Hund, fröhlich mit seinem Schwanz wedelnd, die kleine wieder in ihre Höhle zurückgehen.

hinter diesem Bild sind ein paar Fotos

14.   Vor ein paar Tagen gab es nun mal GLÜCKSMOMENTE für Gilmor.

Ich hatte über Stunden viel Arbeit am Schreibtisch zu erledigen.

Mein Hund liegt dabei immer bei mir, holt ab und zu eines seiner Spielzeuge und legt sie mir

auf den Schoß. Aber heute kam  keine Reaktion von mir ,

außer "Nein jetzt nicht... ich bin noch nicht fertig... warte noch etwas..."

Auch ein Anstupsen mit der dicken Nase änderte daran nichts!

So vergingen über 4 Stunden, die Gilmor geduldig neben mir ausharrte.

Zur Belohnung fuhren wir in ein recht hochgelegenes Dorf, wo überall noch der hohe Schnee lag.

Der schmale Feldweg war voller Schneeverwehungen, dass ich die ganze Zeit nur hoffte,

es kommt uns kein Auto entgegen, oder wir bleiben stecken!

Aber diese Freude wollte ich ihm doch unbedingt machen.

Und dann sind wir bei minus 1 Grad über die  Felder gerannt  -ich "etwas" langsamer als Gilmor-

Zu Hause gab es dann Kaffee und ein großes Schweineohr...

ich  setze mich wieder an den PC und Gilmor  schlief zu meinen Füßen.  

 Jeder bekommt das, was er verdient hat     

15.         heute ist Heiligabend, und was macht man an diesem Tag???

Natürlich Geschenke auspacken! aber zuerst muss man diese ganzen großen und kleinen Dinge einmal einpacken.

Ich mache das immer  am 24.12. kurz Nach Mittag, damit ich noch weiß, was wo drin ist und vorher denke ich:

"Das hat ja noch Zeit". Da sitze ich dann auf dem Fußboden, Geschenke, Papier, Schleifen, Tesa usw. um mich herum.

Natürlich sitzt Gilmor neben mir, um alles genau zu beobachten. 3 der Päckchen für ihn riechen auch noch so toll.

Nach einer Stunde bin ich damit fertig und trage alles runter ins Wohnzimmer, um die Pakete unter den Baum zu legen.

Mein Schatten folgt mir auf Schritt und Tritt, heftig mit dem Schwanz wedelnd, voller Vorfreude.

Nun aber die Enttäuschung, denn das war's erst einmal. Es folgen 4 !! Stunden, an denen mein Hund im Wohnzimmer

liegt. Unter dem Baum so viele interessante Sachen, nebenan auf dem Couchtisch der Teller mit Gebäck und Süßem.

Und er wartet und wartet, sucht mich und möchte mich ins Wohnzimmer locken, und wartet...... 

Dann endlich darf er auspacken.... 1 harte Laugenbrezel, 1 Hundekuchen, 2 Streifen getr. Rind, 3 Spielsachen.....

und von allen anderen Päckchen holt er das Papier ab, um es auf seiner Decke zu häkseln......

Das ist Glück pur                       

 

16.   Heute eine eher lustige Geschichte

Es ist Sonntagmorgen, noch ziemlich früh, draußen ungemütlich und neblig.

Ich liege im warmen Bett, sehe durch die Fenster die schneebedeckten Tannenwipfel hin- und herschaukeln,

an meinen Füßen wärmt mich Gilmor. Ich denke "nur nicht bewegen und noch etwas  im kuscheligen Bett bleiben".

Da höre ich ein leichtes Kratzen an der Außenwand, dann kommen 2 puschelige , dunkelbraune Öhrchen zum Vorschein,

und es war vorbei mit der Morgenstunde. Gilmor stand mit den Vorderpfoten auf der Fensterbank von innen

und das Eichhörnchen von außen, und beide schauten sich erstaunt an. Unser Schlafzimmer ist übrigens im 1. Stock!

 

Er ist eben mein Hund                                                 

Er ist mein drittes Auge, das über die Wolken blickt,                                 
mein drittes Ohr, das über die Winde lauscht.                                
Er ist der Teil von mir, der sich bis zum Meer erstreckt.                                
Wie er sich an meine Beine lehnt,                         
beim leisesten Lächeln mit dem Schwanz wedelt,                               
seinen Schmerz zeigt, wenn ich ohne ihn ausgehe,                              
all das sagt mir tausendmal,                        
dass ich der einzige Grund seines Daseins bin.                                 

Habe ich Unrecht, verzeiht er mir mit Wonne.                                 
Bin ich wütend, bringt er mich zum lachen.                                
Bin ich glücklich, wird er vor Freude fast verrückt.                                 
Mache ich mich zum Narren, sieht er darüber hinweg.                               
Gelingt mir etwas, lobt er mich.                           

Ohne ihn bin ich ein Mensch unter vielen.                               
Mit ihm bin ich stark.                          
Er ist die Treue selbst.                         
Er lehrt mich die Bedeutung der Hingabe.                                
Durch ihn erfahre ich seelischen Trost und inneren Frieden.                             

Er lehrt mich verstehen, wo vorher meine Ignoranz war.                         
Sein Kopf auf meinem Knie heilt meine menschlichen Schmerzen.                        
Seine Gegenwart schützt mich                                    
vor Dunkelheit und Unbekanntem.                                    
Er versprach auf mich zu warten, wann und wo auch immer,                         
denn ich könnte ihn ja brauchen.                                   
Und ich brauche ihn – wie schon immer.                                  

 Er ist eben mein Hund.                                     

(Aus dem Englischen/Originaltitel: „He`s my dog“; Verfasser: Gene Hill)